Sportliche Hamburger

Friday, July 11th 2014

Jetzt ist es wieder soweit:  Der größte Triathlon der Welt mit 10.000 Teilnehmern startet in Hamburg. Was treibt die Leute an, monatelang zu trainieren, um hier dabei zu sein? Perla Mie hat es uns erzählt.

This weekend the largest Triathlon of the world starts in Hamburg. What is th motivation to exercise for month to be one of the participants? Perla Mie told us her story.

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1. Warum gerade  so ein anstrengender Wettbewerb wie Triathlon?

Triathlon hat mich schon immer begeistert! Die Elemente Wasser, Luft und Erde zu „bezwingen“ ist etwas ganz Besonderes.
Mich reizt es nicht so sehr, eine einzelne Sportart über eine lange Strecke zu meistern, wie zum Beispiel beim Marathon. Abgesehen davon, dass das Laufen meine schwächste Disziplin ist, denke ich, dass ich mit mehr Eifer an die Sache herangehe, wenn es im Training nicht langweilig wird.

2. Was ist dir wichtig an diesem Wettbewerb: der Teamgeist, die gute und definierte Figur oder der Wettbewerb?

Mein Ziel ist der Triathlon! Also der Stichtag am 13. Juli. Niemals hätte ich gedacht, und ich denke auch das viele andere Menschen es nicht von mir gedacht hätten, dass ich jemals einen Triathlon absolviere und dann auch noch in der olympischen Distanz. Daher habe ich, nachdem ich mich dazu entschlossen und angemeldet habe, auch absolut auf diesen Tag hin gearbeitet.

Der Teamgeist ist eine tolle Sache, Triathleten unter einander sind wahnsinnig hilfsbereit und ich muss jedes Mal schmunzeln, wenn man unterwegs von völlig fremden Menschen gegrüßt oder angesprochen wird. Eine gute und definierte Figur zu bekommen, ist natürlich auch schön und ein angenehmer Nebeneffekt, dennoch sind diese beiden Punkte nicht das, was mir am Triathlon am wichtigsten ist.

Am wichtigsten ist, dass ich mir dieses Ziel gesetzt habe, das für mich vor einiger Zeit noch unerreichbar schien und das nun in greifbare Nähe rückt, dass ich irgendwann einmal meinen Enkelkindern erzählen kann, einen Triathlon mitgemacht zu haben und nicht mehr denke: „Triathlon? Das könnte ich nie, ich kann ja nicht mal richtig schwimmen!“ sondern „Jaaaa, das habe ich geschafft!“

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3. Wie baust du das Training in den Alltag ein?

Das ist eine Frage, die mir sehr oft gestellt wird. In der Tat ist es nicht so einfach, das Training im Alltag einzubauen. Man muss sich sehr gut organisieren, was ich leider nicht immer schaffe, daher bleiben dann einige Dinge auf der Strecke. Im Haushalt bleibt mal etwas liegen, anstatt einzukaufen und zu kochen wird unterwegs gegessen, andere Hobbys werden vernachlässigt und auch der Freundeskreis muss Verständnis aufbringen, dass ich etwas weniger Zeit habe. Es ist sehr hilfreich, dass ich einen Partner habe, der mich unterstützt.

Dennoch darf man nicht vergessen, wie viel Zeit wir oftmals für sinnlose Dinge verwenden. Eine Stunde Fernsehen oder vorm Computer sitzen ist in gefühlten 5 Minuten verstrichen, diese Zeit kann man durchaus Sinnvoll nutzen, um etwas in die private Altersvorsorge, einen gesunden Körper, zu investieren.
Ich arbeite im Schichtdienst und für viele ist es unvorstellbar nach einem anstrengenden Trainingstag noch eine Nachtschicht zu überstehen. Tatsächlich aber ist es so, dass ich bei der Arbeit wacher und fitter bin als zuvor.

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3. Wie ernährst du dich?

Ich ernähre mich seit über einem Jahr vegan. Ich bin der absoluten Überzeugung, dass ich damit meinem Körper etwas Gutes tue, da ich mich noch nie besser gefühlt habe. Meine Allergien haben sich deutlich gebessert, noch vor einem Jahr musste ich diese mit Kortison behandeln. Ich schlafe weniger und besser und fühle mich nach dem Essen nicht mehr schlapp und antriebslos. Mangelerscheinungen habe ich keine, das sagt auch das Blutbild, das ich habe machen lassen. Mein Arzt war sogar ganz glücklich, weil sich mein Blutbild so stark verbessert hat und sagte, er wünsche sich solch ein Blutbild für alle seine Patienten.

Ich empfehle jedem, es selbst einmal für einen Monat auszuprobieren und dann erst darüber zu urteilen. So hat es bei mir auch angefangen, ich dachte einfach, so lange ich es selbst nie probiert habe, kann ich mir darüber keine Meinung bilden. Und heute kann ich es mir nicht mehr anders vorstellen. Zudem bin ich glücklich, dass ich einen Beitrag leisten kann, um der Umwelt und den Tieren etwas Gutes zu tun. Ich esse unglaublich leckeres Essen, besonders in Hamburg ist das vegane Angebot sehr vielfältig und groß. Und Ich habe sehr viele Lebensmittel kennen und lieben gelernt, wie Matcha, Chiasamen oder Hanfprotein oder völlig in Vergessenheit geratene Hirse und Amaranth. Zudem habe ich durch die Ernährungsumstellung und den Sport 16 kg abgenommen und halte dieses Gewicht nun seit einem halben Jahr.

5. Glaubst du, dass jeder Mensch einen Triathlon schaffen kann?

Ich denke, dass es jeder schaffen kann wenn man es wirklich möchte. Natürlich abgesehen von starken körperlichen Einschränkungen oder Menschen mit Verpflichtungen, die den Alltag stark beeinträchtigen. Ich hatte selbst vor einigen Jahren einen Pflegefall in der Familie und natürlich ist dann nicht die Zeit und die Kraft für einen Triathlon da.

Danke, Perla Mie – und viel Erfolg am Sonntag!

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